Cannes: Alter Hafen und Iles de Lérins (Alpes-Maritimes) Provence, Süd-Frankreich
Cannes: Alter Hafen und Iles de Lérins (Alpes-Maritimes) Provence, Süd-Frankreich

Hafen, Iles de Lérins

Cannes: Alter Hafen und Iles de Lérins (Alpes-Maritimes) Provence, Süd-Frankreich

15 Minuten dauert die Überfahrt vom Vieux Port (Alter Hafen) in Cannes zur Ile Ste-Marguerite, 15 weitere von dort zur Ile St-Honorat.

Der alte Hafen von Cannes hat sich ein wenig provenzalische Gesicht bewahrt, ein Hafenrundgang lohnt daher durchaus, bevor man übersetzt:

Die von Eukalyptus und Pinien begrünten beiden Iles de Lérins gehören wie Cannes zum südfranzösischen Departement Alpes-Maritimes der Provence, Süd-Frankreich und erheben sich einen Kilometer südöstlich der Croisette von Cannes aus den Fluten des Mittelmeers.

Lero hieß die 210 ha große Ile Ste-Marguerite seit den Aufzeichnungen des Griechen Strabo, bevor die Insel nach einer Schwester des hl. Honoratus umgetauft wurde. 1569 überließ der Abt von St-Honorat die seinem Kloster unterstellte Insel gegen eine jährliche Pacht der Stadt Cannes zur Nutzung.

Nach mehrmaliger Eroberung, zuletzt durch die Spanier, ordnete Richelieu im 17. Jh. den Bau einer Garnison an, dessen Fort 1685 französisches Staatsgefängnis der Provence wurde.

In seinen Mauern saß ein geheimnisumwitterter, durch eine Maske unkenntlich gemachter Gefangener, den Marcel Pagnol in seinem Roman „Die eiserne Maske“ (vermutlich war die Maske aus Samt) als Zwillingsbruder von Louis XIV. zu identifizieren suchte. Für Voltaire war es dagegen ein unehelicher, älterer Bruder des Königs.

Näheres dazu erzählt das sommerliche Son et Lumière-Spektakel. Einige Bürger von Cannes dürfen aus Gewohnheitsrecht ihre Häuschen auf der Insel beibehalten, ansonsten ist die dicht bewaldete Ste-Marguerite unbewohnt. Ein 7 km langer Rundweg führt zum Vogelschutzgebiet am Batéguier-Teich an der Westspitze, dem königlichen Fort mit seinem Musée de la Mer und dem Landgut Grand-Jardin. Kleine Sand- und Kieselstrände laden zum Baden ein.

Die mit 40 ha wesentlich kleinere Ile St-Honorat bewirtschaften seit 1869 Zisterziensermönche, deren Weinberge und Felder die pastorale Idylle der Insel bestimmen.

Der aus Trier stammende römische Patriziersohn Honoratus gründete 410 das erste Kloster auf der Insel, dessen Regeln (Einzelzellen, Klausur, Disziplin, Arbeit) zu den Fundamenten europäischer Mönchskultur wurden. Ab 660 galten die Regeln des hl. Benedikt. lm 8. Jh. metzelten Sarazenen die Mönche
nieder.

Das Kloster wurde wiederaufgebaut, 1073 schließlich zum Schutz vor Piraten wie eine Burg befestigt, um dennoch mehrmals blutig eingenommen zu werden. 1791 wurde das Kloster aufgelöst und verkauft, bis 1859 der Bischof von Fréjus die Ile St-Honorat zurückkaufen konnte. Der doppelstöckige Arkadenhof des Festungsklosters auf den Klippen war letzter Zufluchtsort bei Gefahr.

Ein Museum zeigt griechisch-römische Fundstücke von der Insel und Gegenstände zur Klostergeschichte. Sehenswerter als die 1875 neu gebaute Klosterkirche sind die schlichten, romanischen Kapellen am Rundweg der Insel. Ein Restaurant mit wenig mönchischer Küche (Spezialität: gegrillte Languste mit Zwiebeln) lädt nach der Besichtigungstour zu einer Rast ein.


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