Saint Tropez (Cote d`Azur)

Der Name Saint Tropez (provenzalisch Sant Tropetz) ist Verheißung.

Die Bilder aus den ausgelassenen 50er Jahren, als das Hafenstädtchen St. Tropez im südfranzösischen Departement Var seinen vorerst letzten Prominentenfrühling feierte, sind Legende.

Urlaub in oder in der Nähe von St. – Tropez, an der Côte d'Azur, am östlichen Fuß des Massif des Maures, oder wenigstens ein Ausflug nach St. Tropez sind ein fester Bestandteil bei Urlaub in der Provence.

Von einem Fels bewacht das sechseckige Bollwerk der Zitadelle von Saint Trpoez seit 1583 den gesamten Golf von St-Tropez mit seinen berühmten Strandclubs Tahiti Plage, Club 55, Nikki Beach und Aqua Club. Spätestens hier oben muss man beim Panoramablick auf Dachziegel und Meer erkennen, dass nirgendwo anders die Sonne so goldgelb, das Meer so leuchtendblau, die Pinien so tiefgrün miteinander harmonieren.

Ferienwohnungen in Saint Tropez sind in modernen Standards buchbar, so dass der Provence-Urlauber in Ruhe auf den Spuren grosser Namen wandeln kann.

Allen gängigen Klischees zum Trotz: Roger Vadim und Brigitte Bardot waren nicht die Pioniere von St-Tropez, wohl aber dessen Zugpferde, nachdem der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Hafen originalgetreu wiedererstanden war.

St-Tropez wurde schon in der Belle Epoque entdeckt, auch wenn Maupassant 1887 noch allein blieb. „Sie ist eins dieser charmanten, einfachen Mädchen des Meeres“, rief der Dichter verzückt aus. Bis in die 20er Jahre blieb St-Tropez aber trotz prominenter Gäste ein Fischerdorf wie viele andere, laut Colette „frisch wie bei der Geburt der Welt“.

Tucholsky war's denn doch etwas zu bodenständig, als er im November 1925 eintraf: „Saint-Tropez ... bei aller Liebe - aber dann schon lieber Neuruppin. Am Hafen liegt ein Gewirr von Tauen und Segelleinwand, überall drücken sich Männer herum, es ist schmutzig und dürftig“.

Das sollte sich ändern. Ein Jahrzehnt später kehrte Colette dem mittlerweile trubeligen Ort den Rücken. Mit Roger Vadim, Brigitte Bardot, Françoise Sagan, Juliette Gréco, Gérard Philippe verlängerte sich das Pariser Nachtleben schließlich bis nach St-Tropez und die Cote d`Azur. Auf ihren Fersen folgten Rockstars, Playboys, von exzessiven Nächten fabulierende Durchschnittsbürger in diesen Winkel der südfranzösischen Provence.

›Saint-Trop‹, wie das frivol-freizügige Mekka am Mittelmeer jetzt schnittig zurechtgestutzt hieß, musste für alle und alles herhalten, bis es irgendwann in den 80er Jahren hieß: „Saint-Tropez, c'est fini“. Das Pauschalversprechen vom trendigsten Ort der Côte d`Azur hatte die Prominenz verscheucht. Dessen ungeachtet wird jeden Sommer mit einem off shore-Rennen die Saison eröffnet.

Im Hafen von St-Tropez drängeln sich Luxusjachten, die niemals auslaufen.
Vor dem Szenecafe „Sénéquier“ paradieren all die, die in St-Tropez dabei sein möchten. Es sind viele, etwa 100 000 Besucher zur Hochsaison, denen knapp 6000 Einwohner gegenüberstehen. Im Dutzend bullern Harley Davidsons über die Kais. Tand und Flitter verdrängen jeden Chic, selbst die Bentleys sind eine Nuance zu rot. Wer auffallen will, muss sich Mühe geben. Zu viele scheuen keinen Einsatz. Das Ergebnis fällt verbissen jung aus.

Einerlei, an St-Tropez sollte kein Weg vorbeiführen, will man nicht einen der schönsten Plätze der Côte verpassen. St-Tropez erfordert taktisches „Gegen den
Strom schwimmen“: Früh an den Strand, bevor die Geschöpfe der Nacht eintrudeln. Nachmittags ins Museum, wenn alle auf Bräunen eingestellt sind. Besser noch:

In der Nebensaison hinfahren, denn im Winter verfällt selbst dieser In-Treff in wohltuende Provinzialität.
lm Markttreiben am Dienstag oder Samstag, an anderen Tagen zwischen den Boulespielern auf der Place Carnot, wohlbehütet von hundertjährigen Platanen, beginnt der Rundgang. Eine schmale Gasse, die Rue Georges-Clémenceau, verbindet die ehemalige Pferdeweide mit dem Ouai Suffren. Vor der Statue des Seehelden Suffren dümpeln protzige Jachten und Schnellboote im Hafen.

Schaut man links zum Ouai de l’Epi hoch, zeigt eine kleine Piniengruppe den Standort des Musée de l’Annonciade an. Seit 1955 werden in der ehemaligen Kapelle die Werke derer gezeigt, die in St-Tropez Inspiration fanden. Einige Gemälde sind weltbekannt, Braques „Paysage de l'Estaque” etwa, Bonnards „Nu devant la Cheminée“ oder Matisses „Gitane“.

Auf der gegenüberliegenden Hafenseite warten Altstadt und Zitadelle. In St-Tropez darf´s ruhig etwas bunter sein: Sonnengelb-fuchsrot getüncht ragt der Kirchturm über die ebenso bunten Häuser des Ouai Jean-Jaurès, wo eine Gasse hinter der kleinen Place aux Herbes mit einem Fischmarkt schnurstracks zur Zitadelle ansteigt. In der Zitadelle rühmt ein beschauliches Musée naval die glorreiche Seefahrtsgeschichte des Orts.

St-Tropez war immer ein wehrhaftes Gemeinwesen, schlug 1637 sogar eine Armada von 21 spanischen Galeeren, woran das lärmende Volksfest der Bravade samt Prozession im Juni erinnert. Ihr voraus geht die bedeutendere Mai-Bravade zu Ehren des Patronatsheiligen, ein dreitägiges Spektakel mit historischen Kostümen.

Zurück führt der Weg über die unterhalb der Zitadelle liegende Place Forbin in die Gassen der Altstadt. Die Tour du Portalet am Zugang zur Hafenmole beschützte einmal als Teil der Stadtmauern die enge Bucht La Glaye, hinter der sich von einem Felsvorsprung versteckt der alte Fischerhafen La Ponche anschließt. Repräsentatives Zentrum der verwinkelten Altstadt ist die –verglichen mit den engen Gassen – großzügige Place de l'Hôtel de Ville.

Am imposanten Château Suffren bietet ein von den Grafen der Provence 990 erbauter Turm dem Hôtel de Ville Paroli. Bevor es zum wohlverdienten Bad an den nahen Strand von Graniers geht, ein letzter Halt auf dem Seemannsfriedhof, an den, wie es sich gehört, die Wellen schlagen. Alle alten Familien des Ortes pflegen hier ihre Gräber mit Blick auf die nahe Canebiers-Bucht und das Estérel-Massiv.

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