Les-Saintes-Maries-de-la-Mer

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer, Stadt der Heiligen in der Camargue (Provence) Südfrankreich

Mit etwas Glück finden Sie an einem der Strände jemanden, der Boote vermietet und Sie über das Meer nach Les-Saintes-Maries-de-la-Mer bringt. Nähert man sich der wichtigsten Stadt der Camargue von der See her, hat man einen großartigen Blick auf das Küstengebiet der Provence.

Wenn Sie mit dem Auto nach Les-Saintes-Maries-de-la-Mer fahren wollen, müssen Sie die D 36 und dann die D 37 zurück nach Albaron nehmen und von dort auf der D 570 westlich des Etang de Vaccarès nach Süden fahren.

Es ist ein ganz einmaliges Erlebnis, in diesem Teil der Provence den Sonnenuntergang über der Lagune zu erleben! Das Spiel der Farben wechselt aus dem goldenen Tagelslicht in einen pinkfarbenen, gelb-rötlichen Abendhimmel mit fliederfarbenen und violetten Tönen.

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ist einer jener Camargue-Orte der südlichen Provence, die stark durch ihre natürliche Umgebung beeinflusst wurden. Im Mittelalter war die Stadt mehrere Kilometer vom Meer entfernt, und noch vor 100 Jahren verlief zwischen ihr und dem Meer ein 600 Meter breiter Küstenstreifen. Heute ist die Stadt ein gut besuchter Ferienort und direkt am Meer gelegen.

Bedingt durch den geänderten Küstenverlauf liegen einige Zeugen der Geschichte von Les-Saintes-Maries-de-la-Mer inzwischen unter Wasser, und nur wagemutige Sporttaucher können Reste der ehemaligen griechisch-römischen Stadt finden.

Im Laufe der Jahrhunderte kamen viele Menschen aus dem östlichen Mittelmeerraum hierher, und einigen dieser Einwanderer verdankt die Stadt ihren Namen: Maria Jakobäa (die Schwester der Jungfrau Maria), Maria Magdalena, Maria Salome (die Mutter der Apostel Johannes und Jakobus), Martha, der auferstandene Lazarus und deren ägyptische Dienerin Sarah.

Der Legende nach stiegen sie im Jahre 40 n. Chr. in Palästina in ein kleines Schiff und kamen, wie von unsichtbarer Hand gelenkt, wohlbehalten hier an Land. Zum Dank errichteten sie der Heiligen Jungfrau eine Kapelle. Maria Jakobäa, Maria Salome und Sarah blieben in der Camargue, um die Menschen zu christianisieren.

Nach ihrem Tod wurden die beiden Marien und Sarah als Heilige verehrt, und Pilger wallfahrteten zur Kapelle. Im 9. Jahrhundert entstand anstelle der Kapelle eine Kirche, die gegen die einfallenden Sarazenen zur Wehrkirche ausgebaut wurde. 1448 wurden auf Geheiß von König René dem Guten Grabungen unter der Kirche vorgenommen. An der Stelle, an der noch eine Quelle vorhanden war, entströmte der „Wohlgeruch süß duftender Körper“, und genau dort wurden sie sterblichen Überreste der Heiligen gefunden.

Die Reliquien wurden im Hochaltar der Kirche St-Michel untergebracht. Die Steine, auf denen die Körper lagen, befinden sich heute in der Krypta und werden als „Wundersteine“ verehrt. Um die Dienerin Sarah ist ein eigener Kult entstanden. Sie wird als Schutzpatronin der Zigeuner verehrt, und jedes Jahr am 24. und 25. Mai finden ihr zu Ehren eine Reihe von Veranstaltungen wie Prozessionen, Pferde- und Stierrennen und anderes mehr statt, zu denen sich die Zigeuner aus der ganzen Region einfinden (Zigeunerwallfahrt von Les-Saintes-Maries-de-la-Mer).

Abends erreicht das Fest dann seinen Höhepunkt, wenn die Menschen zu feuriger Zigeunermusik begeistert tanzen. Zur gleichen Zeit wird die Stadt zum Treffpunkt der Stierzüchter der Region. Es ist wohl überflüssig, anzumerken, dass aus einem solchen Festival in den vergangenen Jahren ein Medienereignis geworden ist.

Ein weiterer Feiertag von Les-Saintes-Maries-de-la-Mer wird am letzten Sonntag im Oktober begangen. An diesem Tag werden zu Ehren von Maria Salome farbenfrohe Prozessionen um die Kirche Notre-Dame-de-la-Mare veranstaltet. In den Sommermonaten, wenn kein Festival stattfindet, drängen sich die Touristen in der Kirche. Wenn Sie sie dennoch besichtigen möchten, sollten Sie auch bis zum Dach hinaufsteigen, wo man einen wunderbaren Blick auf die Sandhügel und die Wellen, die im Sonnenschein an die Küste schlagen, genießen kann.

In der Feriensaison ist Les-Saintes-Maries-de-la-Mer zweifelsohne ein kommerzieller Urlaubsort. In den belebten Fußgängerzonen reiht sich ein Souvenirlanden an den anderen. Zahlreiche, recht günstige Hotels konkurrieren mit Campingplätzen um Übernachtungsgäste. Vielerorts kann man Pferde und Boote mieten, schwimmen oder Tennis spielen, und nachts herrscht in den heißesten Diskos der Region Hochbetrieb. In der Arena finden Stierkämpfe statt.

Eine Camargue-Attraktion ruhigerer Art stellt das Musée Baroncelli dar. Das haus, in dem das Museum untergebracht ist, diente der gleichnamigen Marquise einmal als Domizil. Dort werden neben ihrer Sammlung aller Arten von schriftlichen Äußerungen über die Camargue für die Region typische Möbel, Pflanzen, Kunstwerke und die Utensilien der gardians gezeigt.

Dem Touristenrummel können Sie entgehen, indem Sie an einem organisierten Bootsausflug auf der Petit-Rhône teilnehmen. Den Landesteg dieser Boote finden Sie in der Nähe vom Grab des Baroncelli-Jauron.
Wenn Sie lieber ruhige Strände genießen wollen und es Ihnen nichts ausmacht, auf kleinen Wegen weitab von den Hauptverkehrsstraßen zu fahren, sollten Sie die Stadt Richtung Westen verlassen. Lassen Sie das Auto einfach irgendwo stehen, steigen Sie auf die Sanddünen. Ein ruhiges Fleckchen weitab von den Massen wird Sie für Ihre Mühen entlohnen.

Hier malte van Gogh, der vom Licht der Region fasziniert war, seine berühmten Boote der Stes-Maries. Dies war natürlich noch bevor Campingplätze, Wohnwagen und Wassersportler die Gegend für sich beanspruchten. Käme Frédéric Mistral heute an diese Küste, an der er sein Werk Mireio tragisch enden lässt, könnte er sich nicht mehr folgendermaßen beschreiben: „Keine Bäume, kein Schatten und keine Menschenseele.“

Wenn Sie das Gebiet um Les-Saintes-Maries-de-la-Mer auf der D 570 wieder verlassen, kommen Sie am Musée Boumian vorüber. Das viel gerühmte, aus Wachs gefertigte Tableau, das die Camargue romantisch verklärt, können Sie getrost links liegenlassen. Die Sonderausstellung im Informationszentrum in Ginès ist da schon viel interessanter. Dort werden Flora und Fauna des gesamten Umlandes detailliert vorgestellt.

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