D-Day in der Provence: Operation Dragoon D-Day in der Provence: Denkmal für die Operation Dragoon

D-Day in der Provence: Operation Dragoon

Die Operation Dragoon als Landung alliierter Truppen in der Provence wird auch oft als D-Day in der Provence bezeichnet. Die Militär-Operation Dragoon fand vom 15. August 1944–12. September 1944 während des 2.Weltkriegs in der Provence statt.

Dragoon war eine bedeutende Militäroperationen an der Westfront 1944–1945, die zum Sieg der Alliierten in Südfrankreich und zur Grundlage für die Befreiung der Provence-Regionen Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes (Seealpen), Bouches-du-Rhône, Hautes-Alpes (Hoch-Alpen), Var und Vaucluse wurde.

Ablauf der Operation Dragoon in der Provence

Operation Dragoon (engl. für Dragoner) war der militärische Codename der Invasion der Westalliierten an der französischen Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes während des Zweiten Weltkrieges ab dem 15. August 1944. Der Ablauf der Operation Dragoon war durch eine gründliche Vorbereitung abgesichert: Schon seit Ende April bis zur eigentlichen Truppen-Landung flogen die Alliierten Luftstreitkräfte mehr als 10.000 Bombereinsätze über der Côte d’Azur und griffen systematisch alle Batterien und Minenfelder der deutschen Besatzungsarmee mit insgesamt 12.500 Tonnen Bomben an. Man schätzt, dass im Verlauf der Operation Dragoon etwa 175.000-200.000 Soldaten in der Region, davon etwa 85.000-100.000 im Kampfgebiet in der Provence waren. Kontakte zwischen Alliierten und der Bevölkerung der Provence wurden geknüpft. Die meist jungen Männer des Dorfes, die im Widerstand gegen die Deutschen in den umliegenden Wäldern versteckt waren, sollten per Radio vom Beginn der Operation Dragoon erfahren und ihren Teil der Kampfhandlungen bestreiten. Als der britische Radiosender BBC ein Dutzend Nachrichten, deren bekannteste „Gabi dort dans les herbes“ (Gaby schläft im Gras), „Nancy a un torticollis“ (Nancy hat einen steifen Hals) und „Le chasseur est affamé“ (Der Jäger ist hungrig) sind, sendete, wusste die Résistance, dass die Invasion innerhalb der nächsten 24 Stunden bevorstand und sprengte daraufhin Brücken, unterbrach Telefon- und Stromleitungen, griff Fabriken und deutsche Lager an.
Zweck der Operation Dragoon war laut amerikanischen Militärexperten die schnelle Eroberung von zwei großen Häfen der Provence in Toulon und Marseille. Mit der Rückeroberung der Häfen konnte die Versorgung der in Frankreich kämpfenden Invasions-Truppen erheblich werden. Bis zur Einnahme des Hafens von Antwerpen im Dezember 1944 konnte nach dem Erfolg der Operation Dragoon etwa ein Drittel der gesamten Versorgung der alliierten Truppen in Nordfrankreich von Marseille über die Rhône-Route und ihrer bereits reparierte Brücken und Eisenbahntrassen transportiert werden.
An der Operation Dragoon nahmen 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1370 Landungsboote sowie etwa 5.000 Flugzeuge teil.
Drei amerikanische Divisionen des 6. US-Korps bildeten die Angriffstruppen der Opreation Dragoon, die ursprünglich Operation Anvil (= Amboss) heißen sollte. (wie Operation Hammer in der Normandie, umbenannt wegen Verzögerungen in Operation Overlord): Die 3. Infanteriedivision landete am westlichen Alpha Beach bei Cavalaire-sur-Mer, die 45. Infanteriedivision am mittleren Delta Beach bei Saint-Tropez und die 36. Infanteriedivision am östlichen Camel Beach bei Saint-Raphaël. Sie wurden von Kommandoeinheiten und Luftlandetruppen unterstützt. Auf deutscher Seite der Front in der Provence, die zum Teil aus abgekämpften und kranken Soldaten bestand, waren 186 Flugzeuge und etwa 250.000 Mann zur Verteidigung gegen die Invasionsflotte auf alliierter Seite im Einsatz, deren Truppenstärke der deutsche Geheimdienst auf etwa 500.000 Mann schätzte. Als der zögerliche britische Premier Winston Churchill trotz der vielen Änderungen des Startdatums die Operation geheim zu halten und hinauszuzögern versuchte, drohte General de Gaulle mit dem Abzug der französischen Verbände aus Italien abzuziehen, bis auch Churchill die Invasion in der Provence akzeptierte. ). Über 94.000 Mann und 11.000 Fahrzeuge wurden bereits am ersten Tag der Operation Dragoon, dem 15. August 1944, auf einem 55 Kilometer breiten Küstenstreifen an der Cote d’Azur an Land gebracht.
Der Angriff zur Vorbereitung der Landungsoperationen in der Provence begann mit Beschuss durch Schiffsartillerie und Bombardements aus der Luft auf Nizza, St. Tropez und Cannes. Bereits zwei Wochen nach Beginn der Landeoperation am 15. August war die Provence eingenommen. Direkt nach der erfolgreichen Landung in der Provence folgten den Angriffstruppen der Alliierten die Hauptquartiere des 6. US-Korps und der 7. US-Armee sowie die von General Jean de Lattre de Tassigny befehligte französische Armee B (später in französische 1. Armee unbenannt) – bestehend aus dem I. und II. französischen Korps – mit insgesamt sieben französischen Divisionen. Im weiteren Verlauf der Operation Dragoon wurden die grösseren Städte der Provence eingenommen: Toulon am 23. August, Marseille am 29. August, Grenoble am 23. August und Nizza nach heftigen Straßenkämpfen zwischen der Résistance und deutschen Truppen am 1. September 1944. Der schnelle Rückzug deutschen Truppen machte die Operation Dragoon fast zu einer Art „Blitzkrieg“, im Rhônetal. Alliierte Truppen der Operation Dragoon trafen am 12. September auf ihrem Weg nach Norden in Montbard bei Dijon auf südliche Einheiten von General Leclerc der Operation Overlord aus der Normandie.
Der Erfolg der Operation Dragoon zur Befreiung der Provence lag nicht nur in der militärischen Planung, sondern beruhte auf einem folgenschweren Irrtum der Deutschen Wehrmacht. Diese hatte ihre Verteidigungsstrategie für die Westfront auf der Hypothese aufgebaut, dass die Alliierten nicht zwei Landeoperationen in Frankreich gleichzeitig vorbereiten und durchführen könnten. Truppen bei Marseille und Toulon und befestigte Stützpunkte sollten trotzdem eine Landung an den übrigen für unwahrscheinlich gehaltenen Stellen erschweren. Schützengräben und Geschützstellungen entlang der Strände an der Cote d’Azur und eine etwa 32 Kilometer landeinwärts verlaufenden Verteidigungslinie sollten zusammen mit „Rommelspargel“, unter der Wasserlinie stehende Pfosten, die bei einer Berührung durch eine verborgene Sprengladung detonieren sollten, für ausreichende Abschreckung vor der Landung in der Provence sorgen. Auf einer grossen Feier zum 60. Jahrestag der Operation Dragoon am 15. August 2004 fanden feierliche Zeremonien zum Gedenken an die Landung in der Provence nacheinander in Le Muy, auf dem Militärfriedhof von Draguignan, in Saint-Raphaël, in Cavalaire-sur-Mer und auf der Reede von Toulon an Bord des Flugzeugträgers Charles de Gaulle statt.
Urlaub in der Provence ist deshalb für viele Deutsche und ältere Menschen in der Provence auch heute noch Grund, sich an die früheren Kriegshandlungen zu erinnern und den Opfern zu gedenken. Der Tourismus in der Normandie ist jedoch insgesamt nicht so stark beeinflusst von den Vorgängen rund um die Invasion Dragoon, wie es der Normandie-Tourismus und die Landungsstrände in der Normandie mit jährlich hunderttausenden Besuchern sind.

Foto: VoyageMedia / Provence-Netz.de

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