Camargue-Pferde
Weisse Pferde der Camargue

Weisse Pferde der Camargue

Camargue-Pferde (Weisse Pferde der Camargue)

Die Frage nach der Herkunft der berühmten weißen Camargue-Pferde ist gar nicht so leicht zu beantworten. Manche halten sie für die Nachkommen der Wildpferde, die im prähistorischen Gallien lebten und in den Höhlenzeichnungen in Lascaux erscheinen. Andere glauben, dass sie aus Nordafrika stammen, und wieder andere vermuten, dass sie aus Tibet eingeführt wurden. Das französische Landwirtschaftsministerium beschreibt sie folgendermaßen: „Lebhaft, flink, mutig und von großer Ausdauer. Ein Pferd, das lange Zeit im Galopp laufen, raues Wetter gut ertragen und weite Strecken hinter sich bringen kann.“

Sicher ist, dass das Camargue-Pferd ein kleines weisses, beige oder cremefarbenes, sehr robustes Wildpferd ist, das in der Camargue, dem südfranzösischen Rhône-Delta Südfrankreichs - lebt. Das Camargue-Pferd gilt weithin als sehr widerstandsfähig und genügsam. Diese typischen Rasse-Eigenschaft erwarben die Camgue-Pferde in langer Zeit durch harte Lebensbedingungen im Rhone-Delta Südfrankreichs. Im südlichen Teil der Provence sind die Camargue-Pferde im Sommer großer Hitze, und in den übrigen Jahreszeiten ständig kaltem feuchten Boden ausgesetzt.

Und sommers wie Winters müssen die stets im Freien befindlichen Pferde dem unerbittlichen Mistral trotzen, einem kalten, oft schneidenden Fallwind, der im Jahresdurchschnitt 63 Prozent das Rhonetal herabweht. Ursprünglich wurde das Camarguepferd von den so genannten „Gardian“ (Von „Guardien“ dt: Wächter, Aufpasser), den Rinderhirten in Südfrankreich eingesetzt, um mit Kampfstieren zu arbeiten. Heutzutage finden Camargue-Pferde als Reit- und Lastpferde Verwendung.

In einem der vielen „Höfe“ kann man sich diese Pferde einmal genauer ansehen, und Gardians begleiten die Besucher bei den Ausritten in das Sumpfland (Promenade au Cheval). Die Ausritte mit Camargue-Pferden sind für viele Camrgue-Besucher ein Urlaubserlebnis besonderer Art, vom kleinen bis zum grossen Freizeitreiter erleben die Ulauber auf dem Rücken der Pferde die traumhafte Landschaft der Camargue mit ihrer einzigartigen Mischung von Meeres- und Kräuterdüften, sowie Licht und Farben der Natur in der Camargue ganz unmittelbar.

Für das mas von Paul Ricard in Méjanes wird ganz besonders geworben. Die in diesem gut organisierten Reitzentrum der Camargue beschäftigten gardians arbeiten im Winter als Viehhirten und verstehen ihr Handwerk wirklich. Der Reiterhof ist allerdings sehr kommerziell orientiert, und auch die Stierkämpfe und Reitvorführungen finden nur für die Touristen statt. Fährt man in Albaron die D 37 nicht nach St-Gilles, sondern in entgegengesetzte Richtung, so kommt man ins Rhônedelta und zum Etang de Vaccarès. Selbst vom Auto aus sieht man rosa Flamingos und andere Wasservögel. Reitet man nicht zu schnell und beobachtet die Camargue-Landschaft besonders aufmerksam, kann man schon einmal einen Biber oder eine Wasserschildkröte entdecken. Auch hier streifen die berühmten schwarzen Rinder durch die Provence, und manchmal (aber nicht so oft, wie man vielleicht vermutet) bekommt man einen Gardian, einen französischen Cowboy, auf seinem weißen Pferd zu Gesicht.

Foto: VoyageMedia / Provence-Netz.de

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